Freundschaftsbesuch des Städtepartnerschaftsvereins in St.-Rémy

Gipfeltreffen zwischen Bürgermeister Beißmann und seinem Amtskollegen in der Partnerstadt

Egon Karlhuber

Wie jedes Jahr zu Pfingsten war auch heuer wieder eine Abordnung des Städtepartnerschafts-vereins Pfarrkirchen zusammen mit einer Reisegruppe in St.-Rémy-de-Provence. Dieses traditionelle Treffen zwischen Bürgern der beiden Städte anlässlich der Transhumance, dem lokalen Fest zum Almauftrieb von Tausenden von Schafen aus der Gegend in die nahegelegenen Alpen, nahm Bürgermeister Beißmann zum Anlass, um sich mit seinem Amtskollegen Hervé Chérubini zu treffen. Bei dem Empfangsabend nach der Ankunft der Pfarrkirchener Delegation brachten beide ihre positive Einstellung zu der bestens funktionierenden Partnerschaft zum Ausdruck und der Pfarrkirchener Rathauschef punktete bei den anwesenden Franzosen insbesondere durch seine frei in französischer Sprache vorgetragene Rede. Sie war ein Beweis für sein sichtliches Engagement in Richtung Freundschaft und Verständigung auf beiden Seiten und wurde allseits mit großem Beifall aufgenommen.

Bürgermeister Wolfgang Beißmann (li.) beim Empfangsabend zusammen mit (von re.) seinem Amtskollegen Hervé Chérubini, Pascal Schweighofer (Präsident des Städtepartnerschaftsvereins von St.-Rémy) sowie Marie-Thérèse Marie und Jocelyne Site aus der Partnerstadt.

Reise der Rottaler mit dem Bus in die zwischen Avignon und Arles gelegene ca. 11.000 Einwohner zählende provenzalische Stadt begann mit einem Zwischenstopp in Colmar. Ausgerüstet mit einem Stadtplan und kurzen Beschreibungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Perle des Elsass machten sich die Teilnehmer auf die Entdeckung von malerischen Gassen, wunderbaren Fachwerkhäusern und dem überaus reizvollen Viertel von Klein-Venedig. Kunstliebhaber ließen sich den von Matthias Grünewald geschaffenen Isenheimer Altar in der Dominikanerkirche nicht entgehen. Nach der Übernachtung im nahegelegenen Mulhouse ging die Fahrt am nächsten Morgen weiter und endete abends am Zielort pünktlich zum Aperitif mit den französischen Gastgebern, die dabei auch die Gelegenheit zu dem bereits erwähnten Bürgermeistertreffen boten.

Den Höhepunkt der Reise stellte das Fest der Transhumance dar. Tausende von Touristen drängten sich durch die engen Gassen der Stadt und füllten den Marktplatz. Gegen 10 Uhr zog die dichtgedrängte Masse von Schafen (Video unter http://www.saint-remy-de-provence.com/portfolio/fete-de-la-transhumance ) an dem Stand der Pfarrkirchener vorbei, die im Anschluss an das Spektakel des Vorbeimarschs der Schafe dort typisch bayerische Spezialitäten kredenzten. Das aus drei 30-Liter-Fässern ausgeschenkte Festbier war so sehr begehrt, dass es vorzeitig ausverkauft war. Die heiß servierten Weißwürste zusammen mit kurz vorher aufgebackenen Brezen fanden ebenso reißenden Absatz und das im Sechserpack angebotene Helle und Weißbier in Flaschen wurde gut verkauft. Einheimische und Touristen genossen mit sichtlichem Vergnügen die dargebotenen bayerischen Schmankerl und die am Stand voll beschäftigten Pfarrkirchner die heitere und gelöste provenzalische Atmosphäre.

Heiter und gelöst war auch die Atmosphäre an dem von den Städtepartnern aus St.-Rémy vorbereiteten Gemeinschaftsabend am nächsten Tag. Die Gastgeberfamilien hatten typische französische und provenzalische Speisen mitgebracht und zu einem üppigen Büffet zusammengestellt. Die in dem Gemeindesaal der örtlichen Pfarrei aufgestellten Tische und Bänke waren voll besetzt. Das gab Gelegenheit zu munteren Gesprächen zwischen Franzosen und Deutschen, manchmal mit Händen und Füßen, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht und mit dem Bemühen, sich zu verständigen. Der Höhepunkt des Abends war dann das Auftreten des unter der Leitung von Maria Loipersberger stehenden Streichorchesters aus Pfarrkirchen. Die beschwingten und musikalisch anspruchsvollen Stücke begeisterten die Zuhörer und brachten eine hervorragende Stimmung in den Saal.

Die gastgebenden Familien brachten ihre niederbayerischen Gäste aber nicht nur an einem reich gedeckten Tisch zusammen, sondern zeigten ihnen auch die Schönheiten der provenzalischen Heimat. Die Fülle der Sehenswürdigkeiten in und um St.-Rémy herum ist wahrlich überaus groß. Außerhalb des offiziellen Programms wurden von den einzelnen Gastgebern individuelle Besichtigungen organisiert, z.B. von Avignon, Arles, Les Beaux-de-Provence und andere Städte, aber auch eine Stadtbesichtigung von St.-Rémy mit seinen historischen Gebäuden und ein Besuch der Ausgrabungsstätte des von den Römern geschaffenen und im Altertum berühmten Glanum wurde geboten. Bei dem gemeinsamen Busausflug nach Aix-en-Provence mit einer geführten Stadtbesichtigung lernten die Teilnehmer eine der interessantesten Städte der Provence kennen. Und auf der Rückfahrt nach Niederbayern waren sie sich einig: St.-Rémy und die Provence sind allemal eine Reise wert, besonders im nächsten Jahr, wenn das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Pfarrkirchen gefeiert wird.